Tödlicher Irrtum

RAF - Die Geschichte der Rote Armee Fraktion






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Chronologie der RAF-Geschichte

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2./3. April 1968
In Frankfurt brennen die Kaufhäuser Schneider und Kaufhof. Zwei Tage später verhaften Kriminalbeamte Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein in Frankfurt-Bockenheim.
14. Oktober 1968
Vor dem Landgericht Frankfurt beginnt der Prozess gegen die Kaufhausbrandstifter.
31. Oktober 1968
Wegen des Brandes im Kaufhaus Schneider verurteilt das Landgericht Frankfurt Baader, Ensslin, Proll und Söhnlein zu jeweils drei Jahren Zuchthaus.
27. Oktober 1969
Der Bundesgerichtshof verwirft die Revision gegen das Brandstifter-Urteil des Landgerichts Frankfurt. Nur Söhnlein kommt der Ladung zum Strafantritt nach.
Februar 1970
Andreas Baader und Gudrun Ensslin kommen zu Ulrike Meinhof nach Berlin in die Kufsteiner Straße 12.
4. April 1970
Andreas Baader wird in Berlin verhaftet.
14. Mai 1970
Ulrike Meinhof, Irene Goergens, Ingrid Schubert und andere befreien Andreas Baader bei einer Ausführung in die Bibliothek des »Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen« in Berlin-Dahlem. Georg Linke, ein Institutsangestellter, wird durch einen Schuss in die Leber schwer verletzt.
5. Juni 1970
»Die Rote Armee aufbauen« erscheint in dem Berliner Szeneblatt Agit 833 (Ausgabe 62). Die RAF erläutert die Baader-Befreiung und fordert: »Mit dem bewaffneten Widerstand beginnen«.
15. Juni 1970
Der Spiegel (Heft 25/1970) druckt Ulrike Meinhofs »Tonbanderklärung«: »Natürlich kann geschossen werden.«
Juni bis August 1970
Horst Mahler, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Peter Homann, Brigitte Asdonk und rund ein Dutzend Berliner Genossen lassen sich in einem Camp der El Fatah in Jordanien militärisch ausbilden.
29. September 1970
Der »Dreierschlag« in Berlin: Die Gruppe überfällt zur 833.selben Zeit drei Banken. Mindestens 16 Personen sind an dem Raubzug beteiligt. Beute: Über 217 000 Mark.
8. Oktober 1970
In der Knesebeckstraße 89 in Berlin verhaftet die Polizei Horst Mahler, Ingrid Schubert, Monika Berberich, Brigitte Asdonk und Irene Goergens.
15. Januar 1971
In Kassel erbeutet die RAF bei zwei Überfällen zur selben Zeit 114 000 Mark.
6. Mai 1971
Astrid Proll wird in Hamburg verhaftet.
15. Juli 1971
Bei einem Schusswechsel mit der Polizei kommt in Hamburg Petra Schelm ums Leben. Werner Hoppe wird verhaftet.
22. Oktober 1971
Beim Versuch, drei Verdächtige zu überprüfen, wird in Hamburg der Zivilfahnder Norbert Schmid von einem RAF-Mitglied erschossen.
22. Dezember 1971
Überfall der RAF auf die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank in Kaiserslautern. Sie erbeutet 134 000 Mark. Dabei erschießt ein RAF-Mitglied den Polizeibeamten Herbert Schoner.
2. März 1972
In Notwehr erschießt ein Polizeibeamter Thomas Weisbecker in Augsburg.
3. März 1972
Manfred Grashof erschießt in Hamburg den Kriminalhauptkommissar Hans Eckhardt. Grashof selbst wird schwer verletzt und zusammen mit Wolfgang Grundmann verhaftet.
11. Mai 1972
RAF-Bombenanschlag auf das US-Hauptquartier des V. Corps der US-Armee in Frankfurt (Kommando Petra Schelm): Oberstleutnant Paul Bloomquist stirbt. Dreizehn Verletzte.
12. Mai 1972
Zwei Bomben explodieren in der Polizeidirektion Augsburg. Sieben Verletzte. Vor dem Landeskriminalamt in München fliegt eine Autobombe in die Luft (Kommando Thomas Weisbecker). Zehn Menschen werden verletzt. 600 000 Mark Sachschaden.
15. Mai 1972
In Karlsruhe explodiert eine Bombe unter dem VW-Käfer von Bundesrichter Wolfgang Buddenberg, der für die Ermittlungen gegen die »Baader-Meinhof-Bande« zuständig ist (Kommando Manfred Grashof). Buddenbergs Frau Gerta wird schwer verletzt.
19. Mai 1972
Im Verlagshaus Springer in Hamburg gehen zwei Bomben hoch und verletzen 38 Menschen (Kommando 2. Juni – 2. Juni 1967: Todestag von Benno Ohnesorg).
24. Mai 1972
Im Heidelberger Hauptquartier der 15. Juli (15. Juli 1971: Todestag von Petra Schelm) die US-Soldaten Clyde R. Bonner, Ronald A. Woodward und Charles L. Peck getötet sowie fünf Menschen verletzt. (Fünf Jahre später, am 28. April 1977, werden für diese sechs Anschläge im Mai 1972 Baader, Ensslin und Raspe vom Oberlandesgericht Stuttgart zu lebenslanger Haft verurteilt, Meinhof und Meins sind zu diesem Zeitpunkt schon tot.)
1. Juni 1972
In Frankfurt verhaftet die Polizei Baader, Meins und Raspe.
7. Juni 1972
Gudrun Ensslin wird in Hamburg gefasst.
9. Juni 1972
Brigitte Mohnhaupt und Bernhard Braun werden in Berlin verhaftet.
15. Juni 1972
Die Polizei überwältigt Ulrike Meinhof und Gerhard Müller in Hannover-Langenhagen.
9. Juli 1972
Festnahme von Klaus Jünschke und Irmgard Möller in Offenbach.
17. Januar bis
16. Februar 1973
Erster kollektiver RAF-Hungerstreik: Die »Hungerstreik-Erklärung« gibt Andreas Baader im Strafprozess gegen Horst Mahler in Berlin ab. Die Forderung: »Aufhebung der Isolation als Folter für die politischen Häftlinge in der BRD«.
8. Mai bis
29. Juni 1973
Ingesamt 40 Häftlinge beteiligen sich am zweiten kollektiven Hungerstreik. Forderung: »Gleichstellung der politischen Gefangenen mit allen anderen Gefangenen.«
4. Februar 1974
Die später nach dem Datum ihrer Verhaftung benannte Gruppe »4. 2.« wird von der Polizei im Schlaf überwältigt: In Hamburg Christa Eckes, Helmut Pohl, Ilse Stachowiak und Eberhard Becker, in Frankfurt Wolfgang Beer, Margrit Schiller und ein vierundzwanzigjähriger Exstudent.
13. September 1974
bis 5. Februar 1975
Mit großer Entschlossenheit beteiligen sich insgesamt 31 RAF-Häftlinge am dritten kollektiven RAF-Hungerstreik.
9. November 1974
Holger Meins stirbt an den Folgen des Hungerstreiks. Er ist der erste »Hungertote« der RAF.
24. April 1975
Das RAF-Kommando Holger Meins überfällt in Stockholm die bundesdeutsche Botschaft, fordert die Freilassung von 26 Gesinnungsgenossen und erschießt die beiden Botschaftsattachés Andreas von Mirbach und Heinz Hillegaart. Täter: Lutz Taufer, Karl-Heinz Dellwo, Bernhard Rößner, Hanna Krabbe, Siegfried Hausner und Ulrich Wessel. Wessel kommt bei der Explosion des vom Kommando ausgelegten Sprengstoffs ums Leben. Hausner stirbt am 4. Mai 1975 an den Folgen der Explosion.
21. Mai 1975
Beginn des Strafverfahrens in Stuttgart-Stammheim gegen Baader, Ensslin, Meinhof und Raspe.
7. Mai 1976
Polizeimeister Fritz Sippel wird in Sprendlingen (Kreis Offenbach) von einem RAF-Mitglied erschossen.
9. Mai 1976
Ulrike Meinhof begeht in ihrer Zelle in Stuttgart-Stammheim Selbstmord.
30. November 1976
Auf der Autobahn bei Butzbach/Hessen stellt die Polizei Siegfried Haag und Roland Mayer. Die Beamten finden bei ihnen die so genannten »Haag/Mayer-Papiere«.
8. Februar 1977
Brigitte Mohnhaupt wird aus der Haftanstalt Bühl entlassen.
7. April 1977
Das RAF-Kommando Ulrike Meinhof ermordet in Karlsruhe Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine beiden Begleiter Wolfgang Göbel und Georg Wurster. (Später werden wegen dieser Tat Knut Folkerts, Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt verurteilt. Bei Günter Sonnenberg sieht die Bundesanwaltschaft von einer Strafverfolgung wegen dieses Anschlags ab, da Sonnenberg wegen anderer Taten bereits zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.)
28. April 1977
Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt Baader, Ensslin und Raspe zu lebenslanger Haft – wegen vier Morden und 34 versuchten Morden.
3. Mai 1977
Mordversuch an Polizeibeamten in der Nähe von Singen durch Günter Sonnenberg und Verena Becker.
1. Juli 1977
Bei einem Überfall auf das Waffengeschäft Fischlein in Frankfurt erbeuteten Willy-Peter Stoll und Knut Folkerts fünfzehn Revolver und drei Pistolen.
30. Juli 1977
Nach einem gescheiterten Entführungsversuch erschießt ein RAF-Kommando Jürgen Ponto, den Sprecher der Dresdner Bank, in seinem Haus in Oberursel. (Später werden deswegen verurteilt: Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann und Susanne Albrecht; das Verfahren gegen Adelheid Schulz hat der Bundesgerichtshof wegen der Verurteilung in anderen Fällen eingestellt.)
25. August 1977
Ein »Raketenwerfer-Anschlag« der RAF auf das Gebäude der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe scheitert, weil Peter-Jürgen Boock vergisst, das »Läutwerk« des Weckers aufzuziehen. (Später werden wegen dieser Tat Peter- Jürgen Boock, Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar verurteilt.)
5. September 1977
Das RAF-Kommando Siegfried Hausner entführt in Köln Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Bei dem Überfall sterben im Kugelhagel sein Chauffeur Heinz Marcisz und seine Leibwächter Reinhold Brändle, Helmut Ulmer und Roland Pieler. Die RAF fordert die Freilassung von elf RAF-Häftlingen.
22. September 1977
In Utrecht (Niederlande) erschießt Knut Folkerts einen Polizeibeamten, der versuchte, ihn festzunehmen. Folkerts wird verhaftet.
13. Oktober 1977
Auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt entführt ein vierköpfiges PFLP-SC-Kommando die Lufthansamaschine »Landshut« und verlangt ebenfalls die Freilassung der inhaftierten RAF-Mitglieder (Kommando Martyr Halimeh/»Organisation für den Kampf gegen den Weltimperialismus«). Während der anschließenden Flugodyssee erschießt drei Tage später in Aden der Anführer des Kommandos, Zohair Youssif Akache, den »Landshut«- Kapitän Jürgen Schumann.
18. Oktober 1977
Ein GSG 9-Kommando stürmt die »Landshut« auf dem Flughafen von Mogadischu, befreit alle Geiseln und erschießt drei der Entführer. (Die überlebende Entführerin Souhaila Andrawes Sayeh verurteilt das Oberlandesgericht Hamburg 1996 zu zwölf Jahren Haft. Monika Haas wird vom Oberlandesgericht Frankfurt 1998 wegen des Transportes der Waffen für das Kommando von Algier nach Palma de Mallorca verurteilt.)
18. Oktober 1977
Baader, Ensslin und Raspe begehen Selbstmord in der Haftanstalt Stuttgart-Stammheim.
19. Oktober 1977
Die Leiche Hanns Martin Schleyers wird im Kofferraum eines Audi 100 in Mülhausen gefunden. (Später werden wegen des Schleyer-Mordes zehn Personen verurteilt: Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar, Peter-Jürgen Boock, Rolf Klemens Wagner, Adelheid Schulz, Stefan Wisniewski, Sieglinde Hofmann, Silke Maier-Witt, Monika Helbing und Sigrid Sternebeck. Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft waren an der Schleyer-Entführung noch zehn weitere Personen beteiligt. Sieben von ihnen wurden wegen anderer Taten verurteilt. Zwei sind tot: Willy-Peter Stoll und Elisabeth von Dyck. Nach Friederike Krabbe wird noch immer gefahndet.)
12. November 1977
Ingrid Schubert erhängt sich in ihrer Zelle in München-Stadelheim.
11. Mai 1978
Stefan Wisniewski wird in Paris-Orly festgenommen.
11. Mai 1978
Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann und Rolf Klemens Wagner werden in Jugoslawien verhaftet. Im November 1978 lassen die jugoslawischen Behörden sie in den Südjemen ausreisen.
6. September 1978
Ein Polizeibeamter erschießt in Düsseldorf Willy-Peter Stoll in Notwehr.
24. September 1978
In einem Wald bei Dortmund kommt es zu einer Schießerei zwischen zwei Polizisten und drei RAF-Mitgliedern, nachdem die Beamten sie bei einem »Übungsschießen« überrascht hatten. Polizeimeister Hans-Wilhelm Hansen und Michael Knoll werden getötet, ein Polizeibeamter schwer verletzt und Angelika Speitel verhaftet. Werner Lotze entkommt.
1. November 1978
Rolf Heißler und Adelheid Schulz erschießen in Kerkrade (Niederlande) die beiden niederländischen Zollbeamten Dionysius de Jong und Johannes Goemans und verletzen einen Zöllner.
19. März 1979
Die RAF-Mitglieder Christian Klar, Adelheid Schulz, Elisabeth von Dyck und Werner Lotze überfallen die Bank für Gemeinwirtschaft in Darmstadt,
Beute: 49 000 Mark.
17. April 1979
Die RAF-Mitglieder Adelheid Schulz, Rolf Heißler, Elisabeth von Dyck und Werner Lotze rauben in der Schmidt-Bank in Nürnberg 211 000 Mark.
4. Mai 1979
Elisabeth von Dyck wird, als sie in Nürnberg eine konspirative Wohnung der RAF betritt, von einem Polizeibeamten in Notwehr erschossen.
9. Juni 1979
Festnahme von Rolf Heißler in Frankfurt.
25. Juni 1979
Anschlag auf den NATO-Oberbefehlshaber General Alexander Haig in Obourg/Belgien (Kommando Andreas Baader). Haig entgeht der Zehn-Kilogramm- Sprengladung auf dem Weg ins NATO-Hauptquartier unverletzt, drei Leibwächter in einem Begleitfahrzeug werden verletzt. Täter unter anderem: Rolf Klemens Wagner, Werner Lotze, Ralf Baptist Friedrich, Sigrid Sternebeck, Henning Beer, Silke Maier-Witt und Susanne Albrecht.
19. November 1979
Rolf Klemens Wagner, Christian Klar, Peter-Jürgen Boock und Henning Beer überfallen eine Filiale der Schweizer Volksbank in Zürich. Beute: 548 000 Schweizer Franken (650 000 Mark). Auf der Flucht erschießt einer der Täter die Passantin Edith Kletzhändler. Beim anschließenden Raub eines Autos schießt Christian Klar einer Frau in die Brust. Zwei Polizeibeamte werden durch RAF-Schützen verletzt, Wagner wird verhaftet.
5. Mai 1980
In Paris werden Sieglinde Hofmann und vier Frauen vom »2. Juni« festgenommen.
2. Juni 1980
»Letzte Erklärung der Bewegung 2. Juni«: Sie löse sich auf und schließe sich der RAF an. Daraufhin erklären Mitglieder des »2. Juni«, dass dies nicht für den gesamten »2. Juni« gelte.
25. Juli 1980
Bei einem Verkehrsunfall in Bietigheim-Bissingen kommen die RAF-Mitglieder Juliane Plambeck und Wolfgang Beer ums Leben.
2. Februar bis
18. April 1981
An dem achten kollektiven Hungerstreik beteiligen sich 68 Gefangene in 16 Haftanstalten. Ihre Forderung: Zusammenlegung.
16. April 1981
Sigurd Debus stirbt in Hamburg an den Folgen des Hungerstreiks.
31. August 1981
Ein von der RAF als Bombenwagen präparierter VW 411 fliegt im Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte Europa in Ramstein/Pfalz in die Luft (Kommando Sigurd Debus). 17 Menschen werden verletzt. Sachschaden: 7,2 Millionen Mark. (Später werden wegen dieses Anschlags Helmut Pohl, Ingrid Jakobsmeier und Henning Beer verurteilt.)
15. September 1981
In Heidelberg entgeht US-General Frederick Kroesen nur knapp einem Panzerfaustanschlag (Kommando Gudrun Ensslin). (Später deswegen verurteilt: Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar, Ingrid Jakobsmeier und Henning Beer.)
Juni 1982
Das mit dem Datum »Mai 1982« verfasste RAF-Grundsatzpapier »Guerilla, Widerstand und antiimperialistische Front« taucht auf (auch »Mai-» oder »Front-Papier« genannt).
15. September 1982
Die RAF überfällt eine Filiale der Bochumer Sparkasse in Bochum.
26. Oktober 1982
Das Zentraldepot der RAF (»Depot I«) entdecken Pilzsammler in Heusenstamm bei Frankfurt.
11. November 1982
Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz werden am »Depot 1« in Heusenstamm gefasst.
16. November 1982
Die Polizei stellt Christian Klar am Depot »Daphne« bei Aumühle/Sachsenwald in der Nähe Hamburgs.
26. März 1984
Bei einem Banküberfall in Würzburg erbeutet die RAF 171 000 Mark.
2. Juli 1984
In Frankfurt werden in der Berger Straße 344 Helmut Pohl, Christa Eckes, Stefan Frey, Ingrid Jakobsmeier, Barbara Ernst und Ernst-Volker Staub verhaftet. Die Beamten entdecken ein »Aktionspapier« an die Adresse des »Widerstandes«.
5. November 1984
Durch einen Überfall auf das Waffengeschäft Walla in Maxdorf bei Ludwigshafen beschafft sich die RAF 22 Handfeuerwaffen, zwei Gewehre sowie 2 800 Schuss Munition. (Später wird Eva Haule-Frimpong deswegen verurteilt).
4. Dezember 1984
bis 5. Februar 1985
Neunter kollektiver RAF-Hungerstreik: 39 Häftlinge beteiligen sich.
18. Dezember 1984
Ein RAF-Sprengstoffanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau scheitert durch einen technischen Defekt (Kommando Jan Raspe). (Später verurteilt: Eva Haule-Frimpong.)
15. Januar 1985
Gemeinsames Kommuniqué von RAF und Action Directe »POUR L’UNITÉ DES RÉVOLUTIONAIRES EN EUROPE DE L’OUEST«/»FÜR DIE EINHEIT DER REVOLUTIONÄRE IN WESTEUROPA«.
25. Januar 1985
Ein Kommando der Action Directe erschießt General René Audran, Direktor im französischen Verteidigungsministerium, in La Celle-Saint-Cloud bei Paris (Kommando Elisabeth von Dyck).
1. Februar 1985
Das RAF-Kommando Patsy O’Hara ermordet MTU-Chef Ernst Zimmermann in Gauting bei München.
3. Juni 1985
Bei einem bewaffneten Überfall auf einen Geldboten des »Esbella«-Marktes in Kirchentellinsfurt bei Tübingen erbeutet die RAF 157 000 Mark. Der Bote wird durch einen Schuss schwer verletzt.
8. August 1985
In Wiesbaden ermordet die RAF den US-Soldaten Edward Pimental, um in Besitz seines Ausweises (»ID-Card«) zu kommen. (Birgit Hogefeld lockte den GI aus dem »Western Saloon«. Verurteilt vom Oberlandesgericht Frankfurt: Birgit Hogefeld und Eva Haule.)
8. August 1985
Bombenanschlag des RAF-Kommando George Jackson auf die US-Airbase in Frankfurt. Zwei Tote: Becky Bristol, US-Zivilangestellte, und Frank Scarton, US-Soldat. Elf Verletzte. Eine Million Mark Sachschaden. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilt deswegen Birgit Hogefeld und Eva Haule.
31. Januar bis
4. Februar 1986
In Frankfurt veranstaltet das RAF-Umfeld den Kongress »Antiimperialistischer und antikapitalistischer Widerstand in Westeuropa«. Rund eintausend Teilnehmer.
9. Juli 1986
Durch eine Sprengladung am Straßenrand ermordet die RAF in Straßlach bei München Siemens-Vorstandsmitglied Karl Heinz Beckurts und seinen Fahrer Eckhard Groppler auf dem Weg ins Büro (Kommando Mara Cagol).
2. August 1986
Verhaftung von Eva Haule-Frimpong, Luitgard Hornstein und Christian Kluth in einer Eisdiele in Rüsselsheim.
10. Oktober 1986
Die RAF ermordet Gerold von Braunmühl, Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt, in Bonn-Ippendorf (Kommando Ingrid Schubert).
17. November 1986
Die Action Directe ermordet Renault-Chef Georges Besse in Paris.
21. Februar 1987
Führende Mitglieder der Action Directe werden in Vitry-aux-Loges, in der Nähe von Orléans, in Frankreich verhaftet.
20. September 1988
In Bonn scheitert ein Anschlag auf Finanzstaatssekretär Hans Tietmeyer (Kommando Khaled Aker). (Später verurteilt: Birgit Hogefeld.)
1. Februar bis
12. Mai 1989
Am zehnten kollektiven Hungerstreik beteiligen sich insgesamt 47 Häftlinge.
30. November 1989
In Bad Homburg ermordet das RAF-Kommando Wolfgang Beer den Deutsche Bank-Vorstandssprecher Alfred Herrhausen mit einer Hohlsprengladung. Sein Fahrer wird verletzt.
Juni 1990
In der DDR werden zehn RAF-Aussteiger enttarnt und verhaftet: Susanne Albrecht (am 6. Juni in Berlin), Inge Viett (am 12. Juni in Magdeburg), Werner Lotze und Christine Dümlein (am 14. Juni in Senftenberg), Ekkehard von Seckendorff-Gudent und Monika Helbing (am
14. Juni
in Frankfurt/Oder), Sigrid Sternebeck und Ralf Baptist Friedrich (am 15. Juni in Schwedt) sowie Silke Maier-Witt und Henning Beer (am 18. Juni 1990 in Neubrandenburg).
27. Juli 1990
Innenstaatssekretär Hans Neusel entgeht in Bonn um Haaresbreite einem Sprengstoffanschlag der RAF (Kommando José Manuel Sevillano). Er kommt mit leichten Verletzungen davon.
13. Februar 1991
Ein RAF-Kommando feuert 250 Gewehrschüsse von der gegenüberliegenden Rheinseite auf die US-Botschaft in Bonn (Kommando Vincenzo Spano, am 24. Februar 1991 von der RAF korrigiert in »Ciro Rizatto«).
1. April 1991
Ein Scharfschütze der RAF ermordet Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder in seinem Haus in Düsseldorf-Oberkassel (Kommando Ulrich Wessel).
5. Januar 1992
»Kinkel-Initative« auf dem Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart: »Der Staat muss dort, wo es angebracht ist, zur Versöhnung bereit sein.«
10. April 1992
Die RAF erklärt, dass sie die »Eskalation zurücknimmt«, »Angriffe auf führende Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat« vorerst nicht mehr erfolgten, da sie eine politische Diskussion führen wolle (so genannte »Zäsurerklärung«, auch als »April-Papier« bezeichnet).
August 1992
In dem so genannten »August-Papier« (»Wir müssen das Neue suchen«) räumt die RAF ein, dass es ihr nicht gelungen sei, die Grundidee – den »Front«-Gedanken – des »Mai-Papiers« aus dem Jahr 1982 zu verwirklichen.
Ende Oktober 1992
Karl-Heinz Dellwo erklärt, auch im Namen sechs anderer Häftlinge: »keiner von uns wird nach seiner freilassung zum bewaffneten kampf zurückkehren.«
27. März 1993
Die »Knastsprengung«: Das Kommando Katharina Hammerschmidt jagt mit rund 200 Kilo Sprengstoff die neu errichtete Justizvollzugsanstalt Weiterstadt bei Darmstadt in die Luft. 123 Millionen Mark Schaden.
27. Juni 1993
Bei einem Polizeieinsatz auf dem Bahnhof von Bad Kleinen (Mecklenburg-Vorpommern) kommen der GSG 9-Polizeikommissar Michael Newrzella und das RAF-Mitglied Wolfgang Grams ums Leben. Birgit Hogefeld wird verhaftet. V-Mann Klaus Steinmetz hatte die Polizei auf die Spur der beiden steckbrieflich gesuchten RAF-Mitglieder geführt. Infolge dieses Einsatzes tritt Bundesinnenminister Rudolf Seiters zurück. Generalbundesanwalt Alexander von Stahl wird entlassen.
28. Oktober 1993
»Spaltungserklärung« von Brigitte Mohnhaupt: Sie verkündet den »Bruch … im Zusammenhang der Gefangenen und in der politischen Beziehung zur RAF« und »das Ende der Politik, für die die RAF über 20 Jahre gestanden hat, revolutionäre Intervention in der Metropole«.
20. April 1998
Die »Auflösungserklärung« der RAF vom »März 1998« geht bei der Nachrichtenagentur Reuters in Köln ein: »Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte.«
20. Juli 1999
Überfall auf einen Geldtransporter mit einer Panzerfaust in Duisburg-Rheinhausen. Beute: Über eine Million Mark. Die Polizei findet »genetische Fingerabdrücke« (»DNA-Material«) von Ernst-Volker Staub und Daniela Klette.
15. September 1999
Horst-Ludwig Meyer wird bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Wien getötet. Andrea Klump verhaftet.

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