| 2./3. April 1968 |
In Frankfurt brennen die Kaufhäuser Schneider und
Kaufhof. Zwei Tage später verhaften Kriminalbeamte Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und
Horst Söhnlein in Frankfurt-Bockenheim.
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| 14. Oktober 1968 |
Vor dem Landgericht Frankfurt beginnt der Prozess gegen
die Kaufhausbrandstifter.
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| 31. Oktober 1968 |
Wegen des Brandes im Kaufhaus Schneider verurteilt das
Landgericht Frankfurt Baader, Ensslin, Proll und Söhnlein
zu jeweils drei Jahren Zuchthaus.
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| 27. Oktober 1969 |
Der Bundesgerichtshof verwirft die Revision gegen das
Brandstifter-Urteil des Landgerichts Frankfurt. Nur
Söhnlein kommt der Ladung zum Strafantritt nach.
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| Februar 1970 |
Andreas Baader und Gudrun Ensslin kommen zu Ulrike
Meinhof nach Berlin in die Kufsteiner Straße 12.
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| 4. April 1970 |
Andreas Baader wird in Berlin verhaftet.
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| 14. Mai 1970 |
Ulrike Meinhof, Irene Goergens, Ingrid Schubert und
andere befreien Andreas Baader bei einer Ausführung in
die Bibliothek des »Deutschen Zentralinstituts für Soziale
Fragen« in Berlin-Dahlem. Georg Linke, ein Institutsangestellter,
wird durch einen Schuss in die Leber schwer
verletzt.
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| 5. Juni 1970 |
»Die Rote Armee aufbauen« erscheint in dem Berliner
Szeneblatt Agit 833 (Ausgabe 62). Die RAF erläutert die
Baader-Befreiung und fordert: »Mit dem bewaffneten
Widerstand beginnen«.
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| 15. Juni 1970 |
Der Spiegel (Heft 25/1970) druckt Ulrike Meinhofs
»Tonbanderklärung«: »Natürlich kann geschossen werden.«
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| Juni bis August 1970 |
Horst Mahler, Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike
Meinhof, Peter Homann, Brigitte Asdonk und
rund ein Dutzend Berliner Genossen lassen sich in
einem Camp der El Fatah in Jordanien militärisch ausbilden.
|
| 29. September 1970 |
Der »Dreierschlag« in Berlin: Die Gruppe überfällt zur
833.selben Zeit drei Banken. Mindestens 16 Personen sind an
dem Raubzug beteiligt. Beute: Über 217 000 Mark.
|
| 8. Oktober 1970 |
In der Knesebeckstraße 89 in Berlin verhaftet die Polizei
Horst Mahler, Ingrid Schubert, Monika Berberich, Brigitte
Asdonk und Irene Goergens.
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| 15. Januar 1971 |
In Kassel erbeutet die RAF bei zwei Überfällen zur selben
Zeit 114 000 Mark.
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| 6. Mai 1971 |
Astrid Proll wird in Hamburg verhaftet.
|
| 15. Juli 1971 |
Bei einem Schusswechsel mit der Polizei kommt in Hamburg
Petra Schelm ums Leben. Werner Hoppe wird verhaftet.
|
| 22. Oktober 1971 |
Beim Versuch, drei Verdächtige zu überprüfen, wird in
Hamburg der Zivilfahnder Norbert Schmid von einem
RAF-Mitglied erschossen.
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| 22. Dezember 1971 |
Überfall der RAF auf die Bayerische Hypotheken- und
Wechselbank in Kaiserslautern. Sie erbeutet 134 000
Mark. Dabei erschießt ein RAF-Mitglied den Polizeibeamten
Herbert Schoner.
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| 2. März 1972 |
In Notwehr erschießt ein Polizeibeamter Thomas Weisbecker
in Augsburg.
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| 3. März 1972 |
Manfred Grashof erschießt in Hamburg den Kriminalhauptkommissar
Hans Eckhardt. Grashof selbst wird
schwer verletzt und zusammen mit Wolfgang Grundmann
verhaftet.
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| 11. Mai 1972 |
RAF-Bombenanschlag auf das US-Hauptquartier des V.
Corps der US-Armee in Frankfurt (Kommando Petra
Schelm): Oberstleutnant Paul Bloomquist stirbt. Dreizehn
Verletzte.
|
| 12. Mai 1972 |
Zwei Bomben explodieren in der Polizeidirektion Augsburg.
Sieben Verletzte. Vor dem Landeskriminalamt in
München fliegt eine Autobombe in die Luft (Kommando
Thomas Weisbecker). Zehn Menschen werden verletzt.
600 000 Mark Sachschaden.
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| 15. Mai 1972 |
In Karlsruhe explodiert eine Bombe unter dem VW-Käfer
von Bundesrichter Wolfgang Buddenberg, der für die
Ermittlungen gegen die »Baader-Meinhof-Bande« zuständig
ist (Kommando Manfred Grashof). Buddenbergs
Frau Gerta wird schwer verletzt.
|
| 19. Mai 1972 |
Im Verlagshaus Springer in Hamburg gehen zwei Bomben
hoch und verletzen 38 Menschen (Kommando 2. Juni – 2. Juni 1967: Todestag von Benno Ohnesorg).
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| 24. Mai 1972 |
Im Heidelberger Hauptquartier der 15.
Juli (15. Juli 1971: Todestag von Petra Schelm)
die US-Soldaten Clyde R. Bonner, Ronald A. Woodward
und Charles L. Peck getötet sowie fünf Menschen verletzt.
(Fünf Jahre später, am 28. April 1977, werden für
diese sechs Anschläge im Mai 1972 Baader, Ensslin und
Raspe vom Oberlandesgericht Stuttgart zu lebenslanger
Haft verurteilt, Meinhof und Meins sind zu diesem Zeitpunkt
schon tot.)
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| 1. Juni 1972 |
In Frankfurt verhaftet die Polizei Baader, Meins und
Raspe.
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| 7. Juni 1972 |
Gudrun Ensslin wird in Hamburg gefasst.
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| 9. Juni 1972 |
Brigitte Mohnhaupt und Bernhard Braun werden in Berlin
verhaftet.
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| 15. Juni 1972 |
Die Polizei
überwältigt Ulrike Meinhof und Gerhard Müller in Hannover-Langenhagen.
|
| 9. Juli 1972 |
Festnahme von Klaus Jünschke und Irmgard Möller in
Offenbach.
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17. Januar bis 16.
Februar 1973 |
Erster kollektiver RAF-Hungerstreik: Die
»Hungerstreik-Erklärung« gibt Andreas Baader im Strafprozess
gegen Horst Mahler in Berlin ab. Die Forderung: »Aufhebung
der Isolation als Folter für die politischen Häftlinge
in der BRD«.
|
8. Mai bis 29. Juni 1973 |
Ingesamt 40 Häftlinge beteiligen sich am zweiten kollektiven Hungerstreik. Forderung: »Gleichstellung
der politischen Gefangenen mit allen anderen Gefangenen.«
|
| 4. Februar 1974 |
Die später nach dem Datum ihrer Verhaftung benannte
Gruppe »4. 2.« wird von der Polizei im Schlaf überwältigt:
In Hamburg Christa Eckes, Helmut Pohl, Ilse Stachowiak
und Eberhard Becker, in Frankfurt Wolfgang
Beer, Margrit Schiller und ein vierundzwanzigjähriger
Exstudent.
|
13. September 1974 bis 5. Februar 1975 |
Mit großer Entschlossenheit beteiligen sich insgesamt
31 RAF-Häftlinge am dritten kollektiven RAF-Hungerstreik.
|
| 9. November 1974 |
Holger Meins stirbt an den Folgen des Hungerstreiks. Er
ist der erste »Hungertote« der RAF.
|
| 24. April 1975 |
Das RAF-Kommando Holger Meins überfällt in Stockholm
die bundesdeutsche Botschaft, fordert die Freilassung von 26 Gesinnungsgenossen und erschießt die beiden
Botschaftsattachés Andreas von Mirbach und Heinz
Hillegaart. Täter: Lutz Taufer, Karl-Heinz Dellwo,
Bernhard Rößner, Hanna Krabbe, Siegfried Hausner und
Ulrich Wessel. Wessel kommt bei der Explosion des vom
Kommando ausgelegten Sprengstoffs ums Leben. Hausner
stirbt am 4. Mai 1975 an den Folgen der Explosion.
|
| 21. Mai 1975 |
Beginn des Strafverfahrens in Stuttgart-Stammheim gegen
Baader, Ensslin, Meinhof und Raspe.
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| 7. Mai 1976 |
Polizeimeister Fritz Sippel wird in Sprendlingen (Kreis
Offenbach) von einem RAF-Mitglied erschossen.
|
| 9. Mai 1976 |
Ulrike Meinhof begeht in ihrer Zelle in Stuttgart-Stammheim
Selbstmord.
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| 30. November 1976 |
Auf der Autobahn bei Butzbach/Hessen stellt die Polizei
Siegfried Haag und Roland Mayer. Die Beamten finden
bei ihnen die so genannten »Haag/Mayer-Papiere«.
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| 8. Februar 1977 |
Brigitte Mohnhaupt wird aus der Haftanstalt Bühl entlassen.
|
| 7. April 1977 |
Das RAF-Kommando Ulrike Meinhof ermordet in
Karlsruhe Generalbundesanwalt Siegfried Buback und
seine beiden Begleiter Wolfgang Göbel und Georg Wurster.
(Später werden wegen dieser Tat Knut Folkerts,
Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt verurteilt. Bei
Günter Sonnenberg sieht die Bundesanwaltschaft von einer
Strafverfolgung wegen dieses Anschlags ab, da Sonnenberg
wegen anderer Taten bereits zu lebenslanger
Haft verurteilt wurde.)
|
| 28. April 1977 |
Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt Baader, Ensslin
und Raspe zu lebenslanger Haft – wegen vier Morden
und 34 versuchten Morden.
|
| 3. Mai 1977 |
Mordversuch an Polizeibeamten in der Nähe von Singen
durch Günter Sonnenberg und Verena Becker.
|
| 1. Juli 1977 |
Bei einem Überfall auf das Waffengeschäft Fischlein in
Frankfurt erbeuteten Willy-Peter Stoll und Knut Folkerts
fünfzehn Revolver und drei Pistolen.
|
| 30. Juli 1977 |
Nach einem gescheiterten Entführungsversuch erschießt
ein RAF-Kommando Jürgen Ponto, den Sprecher der
Dresdner Bank, in seinem Haus in Oberursel. (Später
werden deswegen verurteilt: Brigitte Mohnhaupt, Christian
Klar, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann und
Susanne Albrecht; das Verfahren gegen Adelheid Schulz
hat der Bundesgerichtshof wegen der Verurteilung in anderen
Fällen eingestellt.)
|
| 25. August 1977 |
Ein »Raketenwerfer-Anschlag« der RAF auf das Gebäude
der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe scheitert, weil
Peter-Jürgen Boock vergisst, das »Läutwerk« des Weckers
aufzuziehen. (Später werden wegen dieser Tat Peter-
Jürgen Boock, Brigitte Mohnhaupt und Christian
Klar verurteilt.)
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| 5. September 1977 |
Das RAF-Kommando Siegfried Hausner entführt in
Köln Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Bei
dem Überfall sterben im Kugelhagel sein Chauffeur
Heinz Marcisz und seine Leibwächter Reinhold Brändle,
Helmut Ulmer und Roland Pieler. Die RAF fordert
die Freilassung von elf RAF-Häftlingen.
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| 22. September 1977 |
In Utrecht (Niederlande) erschießt Knut Folkerts einen
Polizeibeamten, der versuchte, ihn festzunehmen. Folkerts
wird verhaftet.
|
| 13. Oktober 1977 |
Auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt entführt ein
vierköpfiges PFLP-SC-Kommando die Lufthansamaschine
»Landshut« und verlangt ebenfalls die Freilassung
der inhaftierten RAF-Mitglieder (Kommando Martyr
Halimeh/»Organisation für den Kampf gegen den Weltimperialismus«).
Während der anschließenden Flugodyssee
erschießt drei Tage später in Aden der Anführer
des Kommandos, Zohair Youssif Akache, den »Landshut«-
Kapitän Jürgen Schumann.
|
| 18. Oktober 1977 |
Ein GSG 9-Kommando stürmt die »Landshut« auf dem
Flughafen von Mogadischu, befreit alle Geiseln und erschießt
drei der Entführer. (Die überlebende Entführerin
Souhaila Andrawes Sayeh verurteilt das Oberlandesgericht
Hamburg 1996 zu zwölf Jahren Haft. Monika
Haas wird vom Oberlandesgericht Frankfurt 1998 wegen
des Transportes der Waffen für das Kommando von
Algier nach Palma de Mallorca verurteilt.)
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| 18. Oktober 1977 |
Baader, Ensslin und Raspe begehen Selbstmord in der
Haftanstalt Stuttgart-Stammheim.
|
| 19. Oktober 1977 |
Die Leiche Hanns Martin Schleyers wird im Kofferraum
eines Audi 100 in Mülhausen gefunden. (Später werden
wegen des Schleyer-Mordes zehn Personen verurteilt:
Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar, Peter-Jürgen
Boock, Rolf Klemens Wagner, Adelheid Schulz, Stefan
Wisniewski, Sieglinde Hofmann, Silke Maier-Witt, Monika
Helbing und Sigrid Sternebeck. Nach den Erkenntnissen
der Bundesanwaltschaft waren an der Schleyer-Entführung
noch zehn weitere Personen beteiligt. Sieben
von ihnen wurden wegen anderer Taten verurteilt. Zwei
sind tot: Willy-Peter Stoll und Elisabeth von Dyck. Nach
Friederike Krabbe wird noch immer gefahndet.)
|
| 12. November 1977 |
Ingrid Schubert erhängt sich in ihrer Zelle in München-Stadelheim.
|
| 11. Mai 1978 |
Stefan Wisniewski wird in Paris-Orly festgenommen.
|
| 11. Mai 1978 |
Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann
und Rolf Klemens Wagner werden in Jugoslawien
verhaftet. Im November 1978 lassen die jugoslawischen
Behörden sie in den Südjemen ausreisen.
|
| 6. September 1978 |
Ein Polizeibeamter erschießt in Düsseldorf Willy-Peter
Stoll in Notwehr.
|
| 24. September 1978 |
In einem Wald bei Dortmund kommt es zu einer Schießerei
zwischen zwei Polizisten und drei RAF-Mitgliedern,
nachdem die Beamten sie bei einem »Übungsschießen«
überrascht hatten. Polizeimeister Hans-Wilhelm
Hansen und Michael Knoll werden getötet, ein Polizeibeamter
schwer verletzt und Angelika Speitel verhaftet.
Werner Lotze entkommt.
|
| 1. November 1978 |
Rolf Heißler und Adelheid Schulz erschießen in Kerkrade
(Niederlande) die beiden niederländischen Zollbeamten
Dionysius de Jong und Johannes Goemans und verletzen
einen Zöllner.
|
| 19. März 1979 |
Die RAF-Mitglieder Christian Klar, Adelheid Schulz,
Elisabeth von Dyck und Werner Lotze überfallen die
Bank für Gemeinwirtschaft in Darmstadt, Beute: 49 000
Mark.
|
| 17. April 1979 |
Die RAF-Mitglieder Adelheid Schulz, Rolf Heißler, Elisabeth
von Dyck und Werner Lotze rauben in der Schmidt-Bank
in Nürnberg 211 000 Mark.
|
| 4. Mai 1979 |
Elisabeth von Dyck wird, als sie in Nürnberg eine konspirative
Wohnung der RAF betritt, von einem Polizeibeamten
in Notwehr erschossen.
|
| 9. Juni 1979 |
Festnahme von Rolf Heißler in Frankfurt.
|
| 25. Juni 1979 |
Anschlag auf den NATO-Oberbefehlshaber General
Alexander Haig in Obourg/Belgien (Kommando
Andreas Baader). Haig entgeht der Zehn-Kilogramm-
Sprengladung auf dem Weg ins NATO-Hauptquartier
unverletzt, drei Leibwächter in einem Begleitfahrzeug
werden verletzt. Täter unter anderem: Rolf Klemens
Wagner, Werner Lotze, Ralf Baptist Friedrich, Sigrid
Sternebeck, Henning Beer, Silke Maier-Witt und Susanne
Albrecht.
|
| 19. November 1979 |
Rolf Klemens Wagner, Christian Klar, Peter-Jürgen
Boock und Henning Beer überfallen eine Filiale der
Schweizer Volksbank in Zürich. Beute: 548 000 Schweizer
Franken (650 000 Mark). Auf der Flucht erschießt einer
der Täter die Passantin Edith Kletzhändler. Beim anschließenden
Raub eines Autos schießt Christian Klar
einer Frau in die Brust. Zwei Polizeibeamte werden
durch RAF-Schützen verletzt, Wagner wird verhaftet.
|
| 5. Mai 1980 |
In Paris werden Sieglinde Hofmann und vier Frauen vom
»2. Juni« festgenommen.
|
| 2. Juni 1980 |
»Letzte Erklärung der Bewegung 2. Juni«: Sie löse sich
auf und schließe sich der RAF an. Daraufhin erklären
Mitglieder des »2. Juni«, dass dies nicht für den gesamten
»2. Juni« gelte.
|
| 25. Juli 1980 |
Bei einem Verkehrsunfall in Bietigheim-Bissingen kommen
die RAF-Mitglieder Juliane Plambeck und Wolfgang
Beer ums Leben.
|
2. Februar bis 18. April 1981 |
An dem achten kollektiven Hungerstreik beteiligen sich
68 Gefangene in 16 Haftanstalten. Ihre Forderung: Zusammenlegung.
|
| 16. April 1981 |
Sigurd Debus stirbt in Hamburg an den Folgen des Hungerstreiks.
|
| 31. August 1981 |
Ein von der RAF als Bombenwagen präparierter VW 411
fliegt im Hauptquartier der US-Luftstreitkräfte Europa
in Ramstein/Pfalz in die Luft (Kommando Sigurd Debus).
17 Menschen werden verletzt. Sachschaden: 7,2
Millionen Mark. (Später werden wegen dieses Anschlags
Helmut Pohl, Ingrid Jakobsmeier und Henning Beer
verurteilt.)
|
| 15. September 1981 |
In Heidelberg entgeht US-General Frederick Kroesen
nur knapp einem Panzerfaustanschlag (Kommando
Gudrun Ensslin). (Später deswegen verurteilt: Brigitte
Mohnhaupt, Christian Klar, Ingrid Jakobsmeier und
Henning Beer.)
|
| Juni 1982 |
Das mit dem Datum »Mai 1982« verfasste RAF-Grundsatzpapier
»Guerilla, Widerstand und antiimperialistische
Front« taucht auf (auch »Mai-» oder »Front-Papier«
genannt).
|
| 15. September 1982 |
Die RAF überfällt eine Filiale der Bochumer Sparkasse in
Bochum.
|
| 26. Oktober 1982 |
Das Zentraldepot der RAF (»Depot I«) entdecken Pilzsammler
in Heusenstamm bei Frankfurt.
|
| 11. November 1982 |
Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz werden am
»Depot 1« in Heusenstamm gefasst.
|
| 16. November 1982 |
Die Polizei stellt Christian Klar am Depot »Daphne« bei
Aumühle/Sachsenwald in der Nähe Hamburgs.
|
| 26. März 1984 |
Bei einem Banküberfall in Würzburg erbeutet die RAF
171 000 Mark.
|
| 2. Juli 1984 |
In Frankfurt werden in der Berger Straße 344 Helmut
Pohl, Christa Eckes, Stefan Frey, Ingrid Jakobsmeier,
Barbara Ernst und Ernst-Volker Staub verhaftet. Die Beamten
entdecken ein »Aktionspapier« an die Adresse des
»Widerstandes«.
|
| 5. November 1984 |
Durch einen Überfall auf das Waffengeschäft Walla in
Maxdorf bei Ludwigshafen beschafft sich die RAF 22
Handfeuerwaffen, zwei Gewehre sowie 2 800 Schuss
Munition. (Später wird Eva Haule-Frimpong deswegen
verurteilt).
|
4. Dezember 1984 bis 5. Februar 1985 |
Neunter kollektiver RAF-Hungerstreik: 39 Häftlinge
beteiligen sich.
|
| 18. Dezember 1984 |
Ein RAF-Sprengstoffanschlag auf die NATO-Schule in
Oberammergau scheitert durch einen technischen Defekt
(Kommando Jan Raspe). (Später verurteilt: Eva
Haule-Frimpong.)
|
| 15. Januar 1985 |
Gemeinsames Kommuniqué von RAF und Action Directe
»POUR L’UNITÉ DES RÉVOLUTIONAIRES EN EUROPE DE L’OUEST«/»FÜR DIE EINHEIT
DER REVOLUTIONÄRE IN WESTEUROPA«.
|
| 25. Januar 1985 |
Ein Kommando der Action Directe erschießt General
René Audran, Direktor im französischen Verteidigungsministerium,
in La Celle-Saint-Cloud bei Paris (Kommando Elisabeth von Dyck).
|
| 1. Februar 1985 |
Das RAF-Kommando Patsy O’Hara ermordet MTU-Chef
Ernst Zimmermann in Gauting bei München.
|
| 3. Juni 1985 |
Bei einem bewaffneten Überfall auf einen Geldboten
des »Esbella«-Marktes in Kirchentellinsfurt bei Tübingen erbeutet die RAF 157 000 Mark. Der Bote wird
durch einen Schuss schwer verletzt.
|
| 8. August 1985 |
In Wiesbaden ermordet die RAF den US-Soldaten Edward
Pimental, um in Besitz seines Ausweises (»ID-Card«)
zu kommen. (Birgit Hogefeld lockte den GI aus
dem »Western Saloon«. Verurteilt vom
Oberlandesgericht Frankfurt: Birgit Hogefeld und Eva
Haule.)
|
| 8. August 1985 |
Bombenanschlag des RAF-Kommando George Jackson
auf die US-Airbase in Frankfurt. Zwei Tote: Becky Bristol,
US-Zivilangestellte, und Frank Scarton, US-Soldat.
Elf Verletzte. Eine Million Mark Sachschaden. Das
Oberlandesgericht Frankfurt verurteilt deswegen Birgit
Hogefeld und Eva Haule.
|
31. Januar bis 4. Februar 1986 |
In Frankfurt veranstaltet das RAF-Umfeld den Kongress
»Antiimperialistischer und antikapitalistischer Widerstand
in Westeuropa«. Rund eintausend Teilnehmer.
|
| 9. Juli 1986 |
Durch eine Sprengladung am Straßenrand ermordet die
RAF in Straßlach bei München Siemens-Vorstandsmitglied
Karl Heinz Beckurts und seinen Fahrer Eckhard
Groppler auf dem Weg ins Büro (Kommando Mara Cagol).
|
| 2. August 1986 |
Verhaftung von Eva Haule-Frimpong, Luitgard Hornstein
und Christian Kluth in einer Eisdiele in Rüsselsheim.
|
| 10. Oktober 1986 |
Die RAF ermordet Gerold von Braunmühl, Abteilungsleiter
im Auswärtigen Amt, in Bonn-Ippendorf (Kommando
Ingrid Schubert).
|
| 17. November 1986 |
Die Action Directe ermordet Renault-Chef Georges
Besse in Paris.
|
| 21. Februar 1987 |
Führende Mitglieder der Action Directe werden in
Vitry-aux-Loges, in der Nähe von Orléans, in Frankreich verhaftet.
|
| 20. September 1988 |
In Bonn scheitert ein Anschlag auf Finanzstaatssekretär
Hans Tietmeyer (Kommando Khaled Aker). (Später verurteilt:
Birgit Hogefeld.)
|
1. Februar bis 12. Mai 1989 |
Am zehnten kollektiven Hungerstreik beteiligen sich
insgesamt 47 Häftlinge.
|
| 30. November 1989 |
In Bad Homburg ermordet das RAF-Kommando Wolfgang
Beer den Deutsche Bank-Vorstandssprecher Alfred
Herrhausen mit einer Hohlsprengladung. Sein Fahrer
wird verletzt.
|
| Juni 1990 |
In der DDR werden zehn RAF-Aussteiger enttarnt und
verhaftet: Susanne Albrecht (am 6. Juni in Berlin), Inge
Viett (am 12. Juni in Magdeburg), Werner Lotze und
Christine Dümlein (am 14. Juni in Senftenberg), Ekkehard
von Seckendorff-Gudent und Monika Helbing (am
|
| 14. Juni |
in Frankfurt/Oder), Sigrid Sternebeck und Ralf
Baptist Friedrich (am 15. Juni in Schwedt) sowie Silke
Maier-Witt und Henning Beer (am 18. Juni 1990 in Neubrandenburg).
|
| 27. Juli 1990 |
Innenstaatssekretär Hans Neusel entgeht in Bonn um
Haaresbreite einem Sprengstoffanschlag der RAF (Kommando
José Manuel Sevillano). Er kommt mit leichten
Verletzungen davon.
|
| 13. Februar 1991 |
Ein RAF-Kommando feuert 250 Gewehrschüsse von der
gegenüberliegenden Rheinseite auf die US-Botschaft in
Bonn (Kommando Vincenzo Spano, am 24. Februar 1991
von der RAF korrigiert in »Ciro Rizatto«).
|
| 1. April 1991 |
Ein Scharfschütze der RAF ermordet Treuhandchef Detlev
Karsten Rohwedder in seinem Haus in Düsseldorf-Oberkassel
(Kommando Ulrich Wessel).
|
| 5. Januar 1992 |
»Kinkel-Initative« auf dem Dreikönigstreffen der FDP
in Stuttgart: »Der Staat muss dort, wo es angebracht ist,
zur Versöhnung bereit sein.«
|
| 10. April 1992 |
Die RAF erklärt, dass sie die »Eskalation zurücknimmt«,
»Angriffe auf führende Repräsentanten aus Wirtschaft
und Staat« vorerst nicht mehr erfolgten, da sie eine politische
Diskussion führen wolle (so genannte »Zäsurerklärung«,
auch als »April-Papier« bezeichnet).
|
| August 1992 |
In dem so genannten »August-Papier« (»Wir müssen das
Neue suchen«) räumt die RAF ein, dass es ihr nicht gelungen
sei, die Grundidee – den »Front«-Gedanken – des
»Mai-Papiers« aus dem Jahr 1982 zu verwirklichen.
|
| Ende Oktober 1992 |
Karl-Heinz Dellwo erklärt, auch im Namen sechs anderer
Häftlinge: »keiner von uns wird nach seiner freilassung
zum bewaffneten kampf zurückkehren.«
|
| 27. März 1993 |
Die »Knastsprengung«: Das Kommando Katharina
Hammerschmidt jagt mit rund 200 Kilo Sprengstoff die
neu errichtete Justizvollzugsanstalt Weiterstadt bei
Darmstadt in die Luft. 123 Millionen Mark Schaden.
|
| 27. Juni 1993 |
Bei einem Polizeieinsatz auf dem Bahnhof
von Bad Kleinen (Mecklenburg-Vorpommern) kommen der
GSG 9-Polizeikommissar Michael Newrzella und das RAF-Mitglied
Wolfgang Grams ums Leben. Birgit Hogefeld
wird verhaftet. V-Mann Klaus Steinmetz hatte die Polizei
auf die Spur der beiden steckbrieflich gesuchten
RAF-Mitglieder geführt. Infolge dieses Einsatzes tritt
Bundesinnenminister Rudolf Seiters zurück. Generalbundesanwalt
Alexander von Stahl wird entlassen.
|
| 28. Oktober 1993 |
»Spaltungserklärung« von Brigitte Mohnhaupt: Sie verkündet
den »Bruch … im Zusammenhang der Gefangenen
und in der politischen Beziehung zur RAF« und
»das Ende der Politik, für die die RAF über 20 Jahre gestanden
hat, revolutionäre Intervention in der Metropole«.
|
| 20. April 1998 |
Die »Auflösungserklärung« der RAF vom »März 1998«
geht bei der Nachrichtenagentur Reuters in Köln ein:
»Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte.«
|
| 20. Juli 1999 |
Überfall auf einen Geldtransporter mit einer Panzerfaust
in Duisburg-Rheinhausen. Beute: Über eine Million
Mark. Die Polizei findet »genetische Fingerabdrücke«
(»DNA-Material«) von Ernst-Volker Staub und Daniela
Klette.
|
| 15. September 1999 |
Horst-Ludwig Meyer wird bei einem Schusswechsel mit
der Polizei in Wien getötet. Andrea Klump verhaftet.
|
|
|